Cars

Pixar („Findet Nemo“) gibt Gas! Kindgerechte Animationsaction um einen egomanen Rennwagen, der eine Lektion über das Leben jenseits der Überholspur lernen muss.
Hollywood wird automanisch: Die Magier von Pixar geben Flitzern, Lastern und Blechkisten Charakter.
Pixar hat’s nicht leicht. Bei jedem neuen Werk der kalifornischen Computertrickser erwartet der Zuschauer die erneute Übertrumpfung des Vorgängers. Denn so war das bislang eben: Von Film zu Film wurden die Jungs um Guru John Lasseter immer noch ein bisschen besser. Doch jetzt drosselt der Triumphzug sein Tempo ein wenig. „Cars“ ist ein durchaus rasantes Vergnügen – aber er ist nicht Pixars Bester.
Unser Held ist der knallrote Rennwagen Lightning McQueen, bei dem nur das Ego noch größer ist als die Beschleunigungsleistung. Auf dem Weg zu einem großen Rennen, bei dem neben einem weiteren Pokal auch ein lukrativer Sponsorenvertrag lockt, verirrt sich das Racing-Ass in das von Gott und allen Durchreisenden verlassene Kaff Radiator Springs. Als Lightning in rasendem Übermut den Straßenbelag zerstört, wird er vom örtlichen Richter dazu verdonnert, so lange im Ort zu bleiben, bis er die Straße repariert hat. Im Umgang mit den kauzigen Bewohnern – einem italienischen Reifenhändler und fanatischen Formel-Eins-Fan, einem patriotischen Jeep, einem grenzdebilen Abschleppwagen und vor allem dem schnittigen Porsche-Babe Sally Carrera – lernt der großmäulige Flitzer seine Lektion in Sachen Demut und entdeckt, dass Gewinnen nicht alles ist.
Während die CGI-Konkurrenz von „Ice Age 2“ bis „Ab durch die Hecke“ verstärkt auf anarchischen Witz und charmantes Chaos setzt, bleibt Pixar seinem sympathisch-schrulligen Stil treu. Bei allem Humor schrammt „Cars“ jedoch gelegentlich an der Leitplanke zur Rührseligkeit entlang. Und
die flashige Rennsequenz zu Beginn ist ebenso wenig jedermanns Sache wie der uramerikanische Westcoast-Soundtrack. Doch wenn der Althippie-Bus sein Öko-Benzin anpreist, dusselige Trecker eine Stampede lostreten und kleine VW-Krabbelkäfer durch die Luft surren, ist die Pixar-Welt immer noch in Ordnung. Unbedingt den Abspann abwarten – ganz groß!
Fazit: Tricktechnisch atemberaubend wie gewohnt, sehr witzig, sehr niedlich. Und doch ist dieser auch der erste Pixar-Film mit kleinen Hängern – Pit Stop ...? Trickfilm, USA 2006 Copyright: Cinema |