Unzertrennlich

Bob (Matt Damon) und Walt (Greg Kinnear) sind siamesische Zwillinge. Trotzdem erobern sie Hollywood. Wie das geht, zeigen Peter und Bobby Farrelly ("Ich beide & sie") auf gewohnt politisch unkorrekte Weise.

Die Farrellys sind erwachsen geworden. Als hätte es "Dumm und dümmer" nie gegeben, setzen die Regie-Brüder inzwischen voll auf Charme.
Nein, man sieht sie nicht zusammen aufs Klo gehen. Die "Unzertrennlich"-Helden Bob (komisch: Matt Damon) und Walt (komischer: Greg Kinnear) sind zwar siamesische Zwillinge, doch die Gebrüder Farrelly beuten das unorthodoxe Handicap der Beiden nicht für vulgäre Dummwitze aus. Schon "Schwer verliebt", der letzte Film der ehemaligen Toilettengag-Könige ("Verrückt nach Mary"), gab sich streckenweise verblüffend mild. Diesmal siegt die Liebenswürdigkeit nun komplett. "Unzertrennlich" ist skurril, witzig, manchmal albern - aber nie billig. Wir erleben, wie der selbstbewusste Möchtegern-Schauspieler Walt trotz seines Anhängsels durch einen kuriosen Zufall der Co-Star in der neuen TV-Serie der biestigen Cher wird.
Der schüchterne Bob verliebt sich unterdessen in die süße May (Wen Yann Shih) und tüftelt allerlei groteske Tricks aus, damit sie seine doch eigentlich offensichtliche Behinderung nicht entdeckt. Aber das ist natürlich nur der rote Faden für ein verschrobenes Gag-Sammelsurium. Wenn sich Walt einen Agenten im Altersheim sucht, der für ihn antiquierte Deals abschließt, wenn Nachbarin April (Eva Mendes) jeden Dummheitsrekord schlägt, wenn Bobs und Walts Vermieter haarsträubende Methoden entwickelt, um nicht beim Mittagsschlaf ertappt zu werden und Meryl Streep einen urkomischen Gastauftritt als Meryl Streep hat - dann ist "Dumm und dümmer" nur noch eine pubertäre Erinnerung.

Fazit: "Wir sind keine siamesischen Zwillinge, wir sind Amerikaner" - wunderbar kauzige Farce.
Komödie, USA 2003, 115 Min.
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